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Im Isergebirge

Veröffentlicht in Aktuelles

Wie jedes Jahr am 2. Oktoberwochenende zog es unser Hobby Rennteam mit Namen "Pepper Pro" in die Tschechei zu einem großen Jedermann-Rennen, dem CT Nova Cup. Nicht gerade um die Ecke aber Tradition ist nun mal Tradition. 

Ich für meine Person war diesmal extra zeitig unterwegs, da mich die Trails rund um die Tafelfichte lockten, welche ich schon aus den vergangenen Jahren kannte. Das Wetter sah allerdings gar nicht gut aus. Bei 4°C war ich in München losgefahren, mittlerweile waren es sogar schon 12°C, aber bis Prag war Dauerregen angesagt. Und doch, zu meinem Glück, wurde ich in Nove Mesto pod Smrkem mit fast trockenen Straßen und milden Temperaturen begrüßt. Bevor es auf die Trails ging, gönnte ich mir eines der leckeren regionalen Gerichte und schaute mir noch schnell das Hotel an, welches nächstes Jahr als Stützpunkt für mich und meine Gäste (Termin folgt) fungieren sollte. 

Gesagt, getan, gegessen und rauf auf’s Hardtail und in den Wald. Auch wenn mein Racer nicht die erste Wahl für solch Wege ist, so hatte ich doch das Gefühl, ich brauche einen Arzt, der mir das Dauergrinsen aus dem Gesicht schneidet. Dieses Wegenetz hat den Flow geatmet, so dass jegliches Zeitgefühl gelähmt wird und ich erst in der Dunkelheit wieder beim Auto stand und auch schon wieder nass (und dreckig), da es –natürlich- angefangen hatte mit regnen. 

So konnte ich das Rad natürlich nicht belassen, schließlich sollte es ja noch ein Rennen mitfahren, so dass ich jemanden fragte, ob es hier eine Möglichkeit zum Waschen gibt. Es ist echt wie eine andere Welt dort, die Leute sind hilfsbereit und freundlich und irgendwie geht‘s immer. Einen Anruf später tauchte ein Jugendlicher mit Rad inkl. Freundin auf. Prompt legte dieser quer durch den Wald und über die Straße eine Verlängerungsschnur für den Kärcher. Ich konnte ihn gerade noch so davon abhalten, mein Rad zu waschen. Und dann gibt er mir noch das Geld zurück, was seiner Meinung nach zu viel war. 

Das sollt’s für diesen Tag gewesen sein. Also schnell noch die Startnummer abholen und ins Hotel, wo die Anderen auf und der Wirt schon mit dem Abendessen warteten. Viel zu erzählen gibt es, der Abend wird lang und der Regen hört nicht auf, aber alle sind sich einig, morgen hat der Regen ein Ende. Ich lege schon mal meine Regensachen zurecht. 

Die Nacht war kurz, die Regentropfen am Fenster laut und ich noch vor dem Wecker wach. 

Vor dem Warmfahren wird schnell noch ein Gruppenfoto geschossen und dann ab zum Start. Ich höre meine innere Stimme sagen: Eigentlich ist es egal, wie das Rennen läuft, denn die Trails gestern machen alles wieder gut....Und schon geht die Post ab; 1. Startblock, was will man da erwarten. Schnell muss ich feststellen, dass ich grad so gut genug für die Mädchengruppe bin. Ja, ich suche Windschatten hinter einer Frau, auch wenn man das nur an der Frisur erkennen kann, da die Beine hat, wie ein Mann. Erst ganz zum Schluss, wo die Strecke doch ein wenig technischer wird, muss sie mich vorbeilassen, so dass mein Ego wieder hergestellt ist und ich recht entspannt über die Zielwiese einrolle. Drei Minuten langsamer als im Jahr zuvor, aber zufrieden. 

Ein wie immer voll durchorganisiertes Event und das bei immerhin ca. 3000 Teilnehmern in einem Ort mit geschätzten 300 Einwohnern, von denen immer noch ein paar übrig bleiben, die mit einer kleinen Kapelle an der Rennstrecke musizieren. Das begeistert und nächstes Jahr sind wir wieder hier. 

Demnächst kommen auch die Termine für 2014.